Im Zusammenschluß des Saxophonisten Ulli Orth mit dem klassischen Havelka-Streichquartett klatscht langjährige Erfahrung sowie studiertes Wissen an unentdeckte Ideen und verlebte Inspirationen. So wie der Teufel sich in den Schwanz beißt improvisieren die Interpreten, komponieren die Improvisatore und interpretieren die Komponisten.

Da heute jetzt ist durchfährt Vivaldi den Saxophonklang wie die Tapete die sozialen Schichten, verlässt die Streicher beim Hintertürchen und dreht zur Überraschung aller am Wirbel des Cellisten. Damit saust der Groove in die Steifheit, der Hintern wippt:

Es riecht weich, klingt orange und fühlt sich lakritzig an, denn, wie es meist so geht, bleibt alles beim Alten und landet sanft im Tiefschneewattebausch.

Das Havelka Streichquartett:
Neben dem Ausbau des klassischen Streichquartettrepertoires suchte das Havelka-Quartett seit seiner Gründung im Jahre 2002 immer wieder den Kontakt zu genreübergreifenden Events. Ihr vielseitiges Engagement führte die jungen Musiker von kleineren und größeren Musikfestivals und Kammermusikreihen über Programmkonzerte für Schüler, Pop- und Theaterproduktionen in zahlreichen Städten bis hin zu einem Radiomitschnitt mit Schostakowitch-Quartetten für den NDR. Desweiteren tritt das Quartett
bundesweit zusammen mit Big Band und Sängern in Frank Sinatra- und Nat King Cole-Shows auf und schrieb eigene Arrangements zu Elvis-Cover-Abenden.

Die einzelnen Instrumentalisten bringen neben der klassischen Hochschulausbildung und entsprechenden Erfahrungen bei renomierten Ensembles wie z.B. der Kammerphilharmonie Bremen, dem ensemble resonanz, der Radiophilharmonie Hannover oder als ehemaliger Solocellist der Internationalen Philharmonie ihre instrumentale Fertigkeit mit ihrem Engagement in den Bereichen Jazz, Tango, Folk und Folklore’ ’Freie Improvisation‘ und ’Alte Musik‘ zusammen und fügen sie zu ungewohnten und anspruchsvollen Programmen.
Dabei findet sich mit Klaus Heuermann (Viola) ein Komponist und Arrangeur in den eigenen Reihen.

Ulli Orth, Saxophon:
Das musikalische Konzept seiner Komposition für Saxophon und Streichquartett spiegelt die lange musikalische Erfahrung des Saxophonisten und Komponisten Ulli Orth wieder. Als innovativer Jazz-Improvisator spielt er in unterschiedlichen Besetzungen von Duo bis Big-Band, bewegt sich in verschiedenen Jazzstilistiken und leitet u.a. auch eigene Formationen wie “Ulli Orth’s Quintessence“. Er konzertierte u.a. auf zahlreichen internationalen Jazzfestivals im In- und Ausland und ist mehrfacher Preisträger des Jazzpodiums Niedersachsen. Derzeit tourt er in der Band von “Roger Cicero“. Als Intendant engagiert er sich in der jährlich stattfindenden Reihe ’Jazz Art‘ um einen Rahmen für kreative Impulse in der niedersächsischen Jazzlandschaft zu schaffen.


Für seine Komposition erhielt er 2000 ein Künstlerjahresstipendium des Landes Niedersachsen. Neben Jazzkompositionen für Big-Band und kleinere Besetzungen schrieb er auch ein Konzert für Saxophon und Orchester, sowie Kammermusik im Spannungsfeld zwischen Jazz und Klassik. So hat Orth auch schon 2005 mit seinen preisgekrönten Zyklen “Prähistorius I + II“ sein feines Gespür für die Verknüpfung dieser Bereiche bewiesen.

In der Zusammenarbeit mit dem Havelka-Streichquartett setzt er dies nun in der ’Suite für Saxophon und Streichquartett‘ fort, macht Anleihen bei Björk und Vivaldi, verknüpt Improvisation unmittelbar mit Satztechniken und läßt ganze Klangwelten verschmelzen.

Klaus Heuermann, Violine, Viola, Gitarre, Komposition:
Als Bratschist und Mitglied des Havelka-Quartetts fühlt sich Kaus Heuermann in klassischen Kammermusikensembles genauso zu hause wie als Gitarrist in der hannoverschen Big-Band ’Moods & Colours‘. Mit seiner neuen Komposition ’waves and wind‘ für Streichquartett läßt er sich auf kein festes Genre mehr reduzieren, er bewegt sich zwischen den Welten und kombiniert lässige Rhythmen mit heißen Akkorden. Oder sind es doch lässige Harmonien mit heißen Rhythmen?

Wird das Havelka-Quartett zu coolen Musikern mit brennender Musik oder zu brennenden Musikern mit cooler Musik?