Von der Wiener Klassik bis in die heutige Zeit ist das Streichquartett in der Besetzung aus zwei ViolinenBratsche und Violoncello die bedeutendste Gattung der Kammermusik. Der Begriff Streichquartett bezeichnet dabei sowohl das Ensemble (Musikquartett) als auch die entsprechenden Komposition.

Das Streichquartett entwickelte sich im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts aus der Triosonate des Barock, im italienischen Raum der Sinfonia, der Sonate und dem Concerto Grosso, sowie im deutschsprachigen Raum dem Divertimento. Durch die zunehmende Gleichberechtigung der Stimmen, bei der die Violoncellostimme nicht, wie im Barock üblich, nur eine begleitende Rolle als Bass-Instrument im Generalbass einnahm, sondern solistische Passagen erhielt, breitete sich der vierstimmige Satz aus. Im Laufe der Zeit führte dies schließlich zu einer Unterscheidung zwischen orchestralem und kammermusikalischem Satz.

Die Gattungsgründung ist nahezu zeitgleich durch Joseph Haydn gegen Ende der 1750er Jahre in Wien sowie Luigi Boccherini um 1761 (Kompositionsdatum seines 1. Streichquartetts) in Mailand anzusetzen. Bereits einige Jahre zuvor hatten Georg Philipp Telemann und Matthias Georg Monn Werke für die typische Streichquartettbesetzung vorgestellt. Boccherinis Quartettstil, der sich nach der Veröffentlichung seiner Werke in Paris ab 1767 schnell zunehmender Beliebtheit erfreute, entwickelte sich weder bei ihm selber noch bei vielen Zeitgenossen weiter und wurde schließlich von der zunehmenden Dominanz des haydnschen Stils verdrängt.

Aus Haydns Quartett-Divertimenti op. 1 und 2 entwickelte sich durch Haydns systematische Arbeit derjenige Typus, welcher spätestens mit op. 33 im Jahre 1781 als verbindliches Muster des Streichquartetts angenommen wurde. Haydn nahm eine eher zufällige Musiziersituation (in der zwei Violinisten, ein Bratscher und ein Cellist Stücke zum häuslichen Spiel suchten) auf, um die Möglichkeiten dieser Zusammenstellung zu erproben. Die Stücke op. 1 und 2 machen die Satzfolge Schnell − Menuett − Adagio − Menuett − Schnell zur Norm. Die Ecksätze sind dabei in der Form kleiner Sonatensätze gebildet. Die für das Modell des Streichquartetts später so wichtigen Elemente wie die motivische Arbeit und die Gleichberechtigung der Instrumente werden erprobt.

In der folgezeit entwickelt sich das Streichquartett zu einer eigenständigen Form und ist noch heute für viele Komponisten die „Königsdisziplin“ der Komposition.

Weiterführende Litaratur:

  • Friedhelm Krummacher: Geschichte des Streichquartetts. 3 Bde. Laaber-Verlag, Laaber 2005
  • Paul Griffiths: The String Quartet – A History. Thames and Hudson, New York 1983, ISBN 0-500-01311-X (englisch)
  • Francis Vuibert: Répertoire universel du quatuor à cordes. ProQuartet-CEMC, 2009, ISBN 978-2-9531544-0-5 (französisch)

Für detaillierte Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Streichquartett

 

Quelle: Wikipedia (gekürzt)